Waldbrand am Johannisberg

Am Freitag, den 31.07.2026, wurden wir um 16:56 Uhr gemeinsam mit zahlreichen weiteren Feuerwehren und Einsatzkräften zu einem großflächigen Waldbrand am Johannisberg alarmiert.

Bereits beim Eintreffen zeigte sich eine dramatische und hochdynamische Lage: Das Feuer breitete sich im Bereich des steilen Südhangs rasch aus. Begünstigt durch anhaltende Trockenheit, starke Winde sowie Totholz entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit ein schwer kontrollierbarer Vegetationsbrand in einem topografisch anspruchsvollen und nur schwer zugänglichen Gelände.

Der Brand erfasste eine Fläche von rund 5,7 Hektar. Zeitweise war das Feuer aufgrund wechselnder Windverhältnisse nicht unter Kontrolle zu bringen. Zusätzlich erschwerten aufziehende Gewitter sowie umstürzende Bäume die Löscharbeiten erheblich. Große Teile der Brandbekämpfung mussten im steilen Gelände zu Fuß durchgeführt werden – unter anderem mit Löschrucksäcken und Handwerkzeugen. Der Personalbedarf war entsprechend hoch, weshalb auch Feuerwehren mit längeren Anfahrtswegen nachalarmiert wurden. Mehrere Einsatzkräfte wurden leicht verletzt, mussten jedoch glücklicherweise nicht stationär behandelt werden.

Für Region beispielloser Großeinsatz

In der Hochphase des Einsatzes waren rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst, Wasserwacht und Bergwacht im Einsatz. Zusätzlich unterstützten Land- und Forstwirte mit schwerem Gerät. Ein Löschhubschrauber kam zur Unterstützung aus der Luft zum Einsatz. Die Kreisstraße AS 29 wurde während der Löscharbeiten zwischen der Hammermühle und Bühl vollständig gesperrt. Die Bevölkerung wurde unter anderem über Warnsysteme wie NINA und KATWARN gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie das Einsatzgebiet weiträumig zu meiden.

Durch das koordinierte und beharrliche Vorgehen aller eingesetzten Kräfte konnte der Brand schließlich eingedämmt werden. Nach rund 50 Stunden intensiver Einsatzdauer konnte die Einsatzleitung am Sonntag gegen 18:00 Uhr „Feuer aus“ melden. Kreisbrandrat Christof Strobl betonte im Rahmen der Abschlussbesprechung, dass er sich in seinen 40 Jahren Einsatzdienst an keinen Waldbrand vergleichbaren Ausmaßes erinnern könne.

Nachlöscharbeiten dauern an

Nach wie vor sind Nachlöscharbeiten erforderlich, da sich zahlreiche Glutnester im Waldboden halten und stellenweise erneut aufflammen (siehe Alarmierung vom 04.08.2026, 21:29 Uhr – zum gesonderten Einsatzbericht). Die Feuerwehr Lintach unterstützt hierbei auch im Rahmen von Wachdiensten, teilweise über Nacht. Nach aktuellen Einschätzungen werden sich die Nachlöscharbeiten noch über mehrere Tage erstrecken.

Konkrete Dienste der Feuerwehr Lintach

Die Freiwillige Feuerwehr Lintach war insbesondere in der Brandbekämpfung sowie bei der Sicherstellung der Wasserversorgung eingesetzt. Darüber hinaus unterstützten wir bei der Kontrolle von Glutnestern und der Absicherung des Einsatzgebietes.

Insgesamt gliederte sich der Großeinsatz für unsere Wehr in fünf Einzeleinsätze im Zeitraum vom 31.07.2026, 16:56 Uhr, bis zum 02.08.2026, 18:00 Uhr. Dabei wurden durch 27 Einsatzkräfte insgesamt 46 Dienste geleistet. Unser 1. Kommandant Benjamin Weiß war über zweieinhalb Tage hinweg durchgehend als Abschnittsleiter für die Koordination des Bereitstellungsraums im Einsatz.

Herzlichen Dank!

Ein besonderer Dank gilt allen eingesetzten Kräften, Helferinnen und Helfern sowie den beteiligten Organisationen für die hervorragende Zusammenarbeit. Stellvertretend für die Einsatzführung möchten wir Kreisbrandrat Christof Strobl, Kreisbrandinspektor Armin Daubenmerkl und Kreisbrandmeister Dominik Ernst nennen.

Nicht nur der Einsatz selbst wird in Erinnerung bleiben – auch die außergewöhnliche Unterstützung und Wertschätzung aus der Bevölkerung war bemerkenswert. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken.

Wichtiger Hinweis

Aufgrund der weiterhin sehr hohen Brandgefahr sowie der durch den Brand beeinträchtigten Standfestigkeit vieler Bäume wird die Bevölkerung eindringlich gebeten, das Einsatzgebiet weiterhin unbedingt zu meiden!

Auch abseits des Johannisbergs ist die Vegetation derzeit extrem trocken. Daher bitte:

  • Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe – auch kein Grillen
  • Nicht im Wald rauchen und keine Zigaretten achtlos wegwerfen
  • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abstellen (Brandgefahr durch heiße Fahrzeugteile)
  • Zufahrtswege und Waldwege stets freihalten (wichtig für Einsatzfahrzeuge)
  • Waldbrände oder Rauchentwicklungen sofort über den Notruf 112 melden
  • Den Anweisungen von Einsatzkräften unbedingt Folge leisten

Einsatzart Brand
Alarmierung Funkmelder, Sirene, App
Einsatzstart 31. Juli 2026 16:56
Mannschaftstärke 27
Einsatzdauer 47 Stunden
Alarmierte Einheiten Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienste, THW (...)